Holzskulptur 2002
Die "einfachen" Zahlen des Zählens waren der Schlüssel für ein verblüffend schlichtes Kompositionssystem. Zu bildnerischen Resultaten genügte nun einerseits die Definition einer Startzahl und die Menge der Zählschritte, sowie andererseits die Festlegung des geometrischen Verlaufs dieser Zählung und die Abweichung bei einer Primzahl. Diese Entscheidungen konnten in simplen graphischen Notizen dargestellt werden (Partitur). Die darüber hinaus gehenden Material- und Farbdefinitionen dienten der Versinnlichung und waren austauschbar (Interpretation).
Sämtliche Werke hatten nun ab 1997 absolut genau dieselbe Basis: die Natürlichen Zahlen. Die Einheit am Beginn, die Aneinderreihung der Einheit als Bewegung zu Vielheit und Vielfalt. Und in diesem gleichmäßigen Prozess steckten jede Menge Eigenheiten (Primzahlen etwa), Strukturen, die nahezu von sich aus, die Werke komponierten.
Die Hoffnung auf ein Kompositionssystem war erfüllt. Die Werke benannte Gerd Jansen dem musikalischen Vorbild entsprechend jeweils als Opus. Parallel dazu gründete er zusammen mit seiner Frau im Jahre 2000 das 'Institut für bildnerisches Denken', ein Ort für Kunst und Musik, so dass viele organisatorische Impulse und Erfahrungen dazu kamen.

Abbildung:  op.24 Nr.3 Duo dans l'espace, H: 48 cm, 2005