Kartonskulptur 1986
1986 hielt sich Gerd Jansen auf Grund eines Stipendiums ein halbes Jahr in Paris auf. Jede gewohnte Arbeitsmöglichkeit war unterbrochen, die Vielfalt dieser Stadt erdrückend. Dagegen war das kleine Zeichenformat, worauf sich Gerd Jansen wiederum zurückgeworfen fand, in der Absichts- und Anspruchslosigkeit eine Befreiung. Im Laufe der Wochen und Monate kristallisierte sich eine eigenartige serielle Arbeitsweise, die ein interessantes Entwicklungspotential erkennen ließ.
Die Wiederholung gleicher, sehr einfacher Zeichenabläufe erzeugte strukturelle Gebilde, deren Dichte auch Hinweise auf die Zeiträume des Entstehens gab. Grundform und Regelhaftigkeit bedurften nur noch der zeitlichen Streckung. Die serielle Vorgehensweise war die einfache Lösung Gestalten nach einem Prinzip zu entwickeln.
Ausdruck aller dieser Gestalten - nicht zuletzt auf Grund der trivialer Materialien - war die Gleichmäßigkeit in unterschiedlicher Komplexität - die "Wiederholung". Auch wenn diese Resultate noch nicht Komposition genannt werden konnten, so war aber der serielle Grundimpuls wichtig und sollte auch jede künftige Komposition bestimmen. Baustein, Regel, Wiederholung waren gefunden und verbunden.

Abbildung:  Karton, Zeichnung, Gummi-Schnur, H: 30 cm, 1986