Stuhl mit Lampe und Lautsprecher 1980
Nach der ersten Werkphase zeigte sich eine Erschöpfung der Kräfte und so bot neben dem Rückzug in theoretische Studien das kleine Zeichenformat eine befreiende Arbeitsplattform. Ein Kompositionssystem entwickeln zu wollen, schien in dieser Zeit eine Frage der philosophischen Grundlegung. Obwohl bereits einige interessante und praktische Ansätze gefunden worden waren – etwa die Komposition mit Modulen – wollte Gerd Jansen die Lösung elementarer verankert sehen. 1981/82 entstanden somit Einzelstücke ohne wirklichen Zusammenhang, oft aus spontanen Bebobachtungen und Überlegungen geboren, konkret und vage, diagrammartig genau oder auch stimmungsmäßig verschwommen.
Beispiel: Ein gewöhnlicher Gegenstand (Stuhl), wird in den Gedankenprozess einbezogen. Licht (von der Glühbirne) und ein Summen (vom Lautsprecher) wechseln im gleichmäßigen Rhythmus. Licht und Ton vereinigt in einer etwas geisterhaften Inszenierung – für Gerd Jansen in dieser Zeit immer wieder typisch, die Kombination verschiedener Medien. - Nicht nur das Gesamtergebnis, sondern auch die vielen Bohrungen im Stuhl, weisen auf ein 5 Jahre später sehr wichtig werdendes Merkmal: die serielle Arbeitsweise.

Abbildung:  Trio mit Glühbirne, Lautsprecher und Holzstuhl, 1981